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  • Sylvia Diessbacher-Brand

Nachhaltig bauen - nachhaltig leben!

Gestern beim Frühstück habe ich einen Artikel aus der SZ-Serie „Nachhaltig Leben“ gelesen. In der Serie geht es darum, wie jeder einzelne Einwohner, jede einzelne Einwohnerin Münchens zum ja wirklich ehrgeizigen Ziel der Stadt, bis 2035 klimaneutral zu werden, beitragen könnte.


Interessant fand ich in dem Artikel unter anderem folgendes zum Energieverbrauch in Privathaushalten: Münchens Erdgas kommt hauptsächlich aus Russland und laut Bundesinnenministerium sind Privathaushalte die zweitgrößten Verbraucher von Erdgas in Deutschland, gerade mal so hinter der Industrie. Laut SZ (unter Berufung auf die Stadtwerke München) verbraucht der Münchner Durchschnittshaushalt Erdgas mit einer Energie von rund 20.000 Kilowattstunden pro Jahr.


Als Architektin und Bewohnerin eines Passivhauses habe ich darüber nochmal nachgedacht: Die Zahl 20.000 Kilowattstunden lässt sich ja vergleichen mit unserem eigenen Verbrauch, also dem Verbrauch eines Haushalts in dem Passivhaus, in dem ich selbst lebe. Dieses verbraucht nämlich, soviel wusste ich schon, nur einen Bruchteil der Heizenergie, als beispielsweise ein Neubau, der „nur“ den gesetzlichen Vorgaben entspricht.


Laut Definition haben Passivhäuser einen Heizwärmebedarf von maximal 15 kWh/m² im Jahr. In unserem Zweifamilienhaus (also 2 Haushalte) mit insgesamt 230 m² Wohnfläche wären das maximal 3.450 kWh, je Wohneinheit die Hälfte, also 1.725 kWh. Und bei uns haut diese Modellrechnung auch gut hin. Das sind echt niedrige Verbrauchswerte, wie man mit Blick auf die Münchener Verhältnisse, 20.000 kWh Energie pro Haushalt im Jahr, sofort erkennen kann.


Natürlich sind die Details viel, viel komplizierter. Aber damit möchte ich euch jetzt nicht in diesem Blog plagen. Wer sich interessiert sollte mal bei der Interessengemeinschaft Passivhaus (www.ig-passivhaus.de) vorbeischauen. Da wird das Prinzip Passivhaus und Energieeffizienz sehr anschaulich dargestellt, sogar mit Unterhaltungswert, weil schönen Videos. Oder ihr kommt zu mir ins Büro, dann erklär‘ ich euch das ganz genau ;-)


Zurück zu unserem Haus und meinem Blog heute: Bei uns daheim gibt’s die Photovoltaikanlage auf dem Dach schon, die hatten wir beim Hausbau gleich draufgesetzt. Die Energie, die wir für Heizung und Warmwasser benötigen, wird über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe erzeugt. Die braucht Strom, den wir bei Sonnenschein über unsere Photovoltaikanlage holen. Aber halt, den meisten Strom braucht man ja, wenn die Sonne nicht scheint….? Abends und an trüben Tagen zum Beispiel.


Also haben sich mein Mann und ich wieder einmal, und dieses Mal ganz besonders gründlich, mit dem Thema Stromspeicher auseinandergesetzt. Logo, es leuchtet ja sofort ein, zumindest einen guten Teil seines selbst erzeugten Stroms, der bei Sonne nicht direkt selbst verbraucht wird, in der eigenen Hausbatterie zu speichern. Für Heizung, Warmwasser, Haushaltsstrom und E-Auto, zu gebrauchen immer dann, wenn die Sonne aufhört zu scheinen. Wir haben also unsere Stromverbräuche angeschaut und, offen gesagt, ziemlich lang hin und her gerechnet. Inklusive ein bisschen Idealismus für Umweltschutz, Klimaschutz und Energiewende, steht jetzt fest: Wir werden einen Batteriespeicher einbauen! Mit sowas kann man auf Dauer nicht nur Geld sparen, sondern je nachdem wo man lebt, Stichwort München, sogar einen kleinen, Beitrag dazu leisten, dass Deutschland bald wieder unabhängiger von Energielieferungen aus dem kriegerischen Ausland wird. Und ja, das kann sich wirklich rechnen! Ich kann‘s euch jetzt an „echten Zahlen“, denen unseres eigenen Passivhauses, zeigen.


Also, Fazit: Gerade beim Neubau und bei der Sanierung von Wohngebäuden (und Nichtwohngebäuden) gibt es die riesige Chance, dass jeder und jede von uns seinen oder ihren Beitrag leistet. Mit hoch energieeffizienten Gebäuden, mit der Verwendung nachhaltiger Baustoffe oder dem weitgehenden Verzicht auf „dreckige Energie“ zum Beispiel. Dazu braucht es entschlossenes Regierungshandeln, gute und mutige Ideen und die Unterstützung durch sinnvolle Förderungen. Und außerdem eine clevere Architektin, die euch dabei hilft, die perfekte individuelle Lösung zu finden ;-)



Viel Glas auf der Südseite bringt passive Solarnutzung, die Photovoltaikanlage speichert die Sonne aktiv.


#energiewende#klimaschutz#grüne-energie-durch-Sonne#passivhaus



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